Trauer · 2. April 2026
Trauer braucht keine perfekten Worte.
Sie braucht ehrliche. Über den Mut, in einer Trauerrede auch das Schwere zu benennen.
Es gibt eine Versuchung bei Trauerreden: alles ein wenig schöner zu machen, als es war. Die Kanten abzuschleifen, die Widersprüche zu glätten, aus einem Leben eine makellose Geschichte zu formen. Ich tue das nicht. Denn geglättete Worte trösten nicht – sie halten auf Abstand.
Menschen sind nicht makellos, und das müssen sie auch nicht sein, um geliebt und vermisst zu werden. Oft sind es gerade die Ecken und Kanten, an denen die Erinnerung sich festhält. Wenn ich sie benenne, spüren die Trauernden: Ja, so war er wirklich. Und dieses Wiedererkennen ist der Anfang von Trost.
Ehrliche Worte halten. Schöne Worte halten nur auf Abstand.
Das heißt nicht, dass eine Trauerrede hart sein muss. Sie darf zärtlich sein, sie darf sogar ein Lächeln zulassen. Aber sie muss wahr sein. Denn nur was wahr ist, trägt durch die Trauer hindurch.
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